Im November wollten wir kurz entschlossen noch etwas Sonne genießen. Ziel sollte ein Ort in Europa sein, an dem es noch angenehm warm ist. Wir wollten für eine Woche keine langen Flugzeiten in kauf nehmen, daher beschränkten wir uns auf das europäische Ausland und googelten die entsprechenden Wetterprognosen. Dabei schnitt die kanarische Insel Fuerteventura verhältnismäßig gut ab: für die beabsichtigte Reisezeit zwischen Ende November und Anfang Dezember brachte es Fuerteventura immerhin noch zu durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen von 21°, relativ vielen Sonnenstunden und einer niedrigen Regenwahrscheinlichkeit. Somit erkläerten wir Fuerteventura zu unserem Reiseziel.
Wir checkten darauf hin die Last-Minute Angebote, wobei die Auswahl sehr, sehr umfangreich war. Wahrscheinlich wollten oder konnten zu dieser Zeit einfach nicht so viele Menschen Urlaub machen, daher waren die Preise wirklich günstig. Wir entschieden uns für das Barcélo Club El Castillo in Caleta del Fustes, eine als familienfreundlich deklarierte Bungalowanlage an der Ostküste Fuerteventuras. Obwohl es sich um das günstigste Angebot handelte, waren die Fotos sehr anspechend und schließlich suchten wir ja auch etwas Famielenfreundliches, da wir vorwiegend die Freizeitgestaltung unserer kleinen Tochter im Auge hatten.
Die sollte dort tatsächlich auf ihre Kosten kommen, denn die Anlage war zwar nicht voll, aber doch gut gefüllt mit Kindern. Der Strand bietet an dieser Stelle einfach den Vorteil, dass das Meer aufgrund der Lage sehr flach und ruhig ist und die kleinen dort sorglos am Wasser spielen können. Dafür ist der Strand bei Ebbe sehr steinig und man kommt ohne entsprechendes Schuhwerk nicht unversehrt ins Wasser. Bei Flut handelt es sich jedoch um einen netten, nicht allzu langgestreckten Sandstrand, an dem auch die Kleinsten im Wasser toben können.
Unser Last-Minute-Angebot umfasste den Flug, die Unterkunft in einem der Bungalows und eine Halbpension Versorgung. Diese Mensatreffen mit den anderen Pauschalreisenden sind für Ungeübte schon recht spannend, unsere Tochter hatte aber wegen der Kinderschar ihren Spass, daher ließen wir uns also auch -meistens- auf die Schlacht am Buffet ein. Man muss es schon mögen oder einfach sehr sparsam sein…
Die Bungalows sind wirklich ganz nett. Wir hatten einen Bungalow mit Wohn- und Schlafraum plus Bad und Terrasse. Abends konnten wir nett draußen auf der Terrasse sitzen und, da man als Eltern mit Kind im Urlaub nicht immer ausgehen kann, dort Wein trinken. Da der Bungalow auch über eine Küche mit dem Nötigsten verfügte, hatten wir stets kühle Getränke und konnten auch die Babykost auf dem Herd erwärmen. Auch Selbstverpfleger hätten hier eine Chance gehabt, ihren Urlaub essenstechnisch zu organisieren.
Nachteil als auch Vorteil der Lage der Anlage ist die Nähe zum Flughafen. Nachteil deshalb, weil doch recht viele Flugzeuge im Laufe des Tages starten und landen und der Lärmpegel dabei ziemlich hoch ist. Andererseits ist es von Vorteil, dass man keine endlosen Transferfahrten bei der Ankunft und bei der Abfahrt auf sich nehmen muss. Wohnt man in Caleta de Fustes - auch El Castillo genannt - so zählt man in der Regel zu den ersten, die abgesetzt und zu den letzten Passagieren, die wieder abgeholt werden. Und das kann durchaus von Vorteil sein!
Natürlich möchte man auch mehr von der Insel sehen, wenn man schon einmal dort ist. Leihwagen sind recht erschwinglich und auch mit Kindersitz zu mieten. Für drei Tage haben wir für einen kleinen Viertürer inklusiv Kindersitz rund Hundert Euro bezahlt, wobei alle Versicherungen und Kilometer eingeschlossen waren. Also echt nicht teuer und das Benzin ist Dank des steuerrechtlichen Sonderstatus der kanarischen Inseln ein Traum für jene, die die hiesigen Preise kennen.
Ein beliebtes Ausflugsziel mit Kindern ist der Oasis Park. Dieser Zoo ist sehr schön gestaltet, auch wenn noch nicht alle Tiere artgerecht gehalten werden. Aber man sieht, dass sich die Betreiber bemühen und den Park stets erweitern oder verbessern. Der Park bietet außerdem durch die Bepflanzung auch an heißen, sonnigen Tagen ausreichend Schatten, was man von dem Rest der Insel nicht unbedingt behaupten kann. Höhepunkte im Oasis Park sind die Tiershows, die jeweils mehrmals täglich auf dem Programm stehen. Neben den Shows mit Reptilien und Greifvögeln gibt es eine sehr amüsante Papageienshow und einige gut dressierte Seelöwen, die auch die Nähe zum Publikum nicht scheuen.
Insgesamt ist die Insel bis auf die etwas rauhere Westküste fest in Hand der Touristen. Ein Ausflug nach Morro Jable zeigte, mit welch umfangreichen Kapazitäten Fuerteventura der Hochsaison entgegen sieht. Ich fand es dort schon sehr gut gefüllt und wollte mir erst gar nicht vorstellen, wie es Weihnachten da zugehen wird. Fazit: Geeignet für eine kurze Auszeit zum Sonnentanken außerhalb der Saison. Wer es mag, findet sicherlich auch günstige All-Inklusive-Angebote und Frühaufsteher, die bereits zu Sonnenaufgang ihr Handtuch zur Strandliege tragen können, finden sich bestimmt auch in der Hochsaison dort zurecht.