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03 Mai, 2010

Zu den heißen Quellen von Ai-Ais

Geschrieben von: Carmen in der Kategorie: Reisen

Die Legende sagt, dass ein junger Hirtenjunge im Jahre 1850 nach verloren gegangenem Vieh suchen musste und dabei zufällig im Tal die heißen Quellen in Ai-Ais entdeckt habe. „Ai-Ais“ soll in der Sprache der Nama soviel wie „brennendes Wasser“ bedeuten. Das ca. 60 Grad heiße Thermalwasser ist reich an Sulfaten, Chloriden und Fluoriden. Heutzutage dient das heiße Wasser als Quelle der Erholung und viele Besucher profitieren außerdem von den therapeutischen Eigenschaften eines warmen Bades bei Ai-Ais. Besonders für Rheumakranke soll das Wasser sehr heilsam sein.

Wir mussten eigentlich von Lüderitz nach Windhoek fahren, hatten jedoch etwas Zeit und entschieden uns dazu, einen kleinen Abstecher zum Fish River Canyon und nach Ai-Ais zu machen. Wir hatten vorher schon gehört, dass das Resort in Ai-Ais erst im vorangegangenen Jahr umfangreich renoviert worden sei und uns wurde ein Besuch sehr empfohlen.

Und zurecht! Ai-Ais liegt zwar nicht unbedingt auf dem Weg von Lüderitz nach Windhoek, aber der Abstecher hat sich gelohnt. Von Seeheim aus, das noch auf der regulären Strecke liegt, braucht man ca. drei Stunden nach Ai-Ais, wenn man sich dabei auch entspannt die Gegend ansehen möchte.

Das Resort befindet sich in einem sehr gut ausgestattetem Zustand, obwohl es sich nach wie vor unter der Leitung des Namibia Wildlife Resorts (NWR) befindet. Das Personal ist freundlich und hilfsbereit und die Umgebung ist einfach atemberaubend.

Bei den Namibia Wildlife Resorts handelt es sich im eigentlichen Sinne um ein staatliches Tourismusunternehmen. Sitz des NWR ist in Windhoek. Als Teil des Ministeriums für Umwelt und Tourismus betreibt das NWR seit 1998 die zuvor vom Ministerium geleiteten Unterkünfte in Namibia, wobei sich das NWR als wirtschaftliches Staatsunternehmen versteht. Die Unterkünfte liegen überwiegend in den staatlichen Naturschutzgebieten und können zentral bei Zweigstellen des NWR gebucht werden. Früher dienten diese Unterkünfte eher den Einheimischen als Reiseziel, heutzutage hat sich das staatliche Unternehmen zunehmend auf Touristen eingestellt. Ai-Ais ist das beste Beispiel hierfür: Durch die Renovierungsmaßnahmen ist dieses Resort inzwischen für Touristen sehr attraktiv, was sich allerdings auch in den Preisen niedergeschlagen hat.

Wir hatten Glück! Als wir ankamen, gab es gerade mal eine Handvoll Gäste und wir hatten dementsprechend freie Zimmerwahl. Grundsätzlichen gibt es dort zwei Arten von Appartements: Die gehobenere Klasse und die eher einfache Ausstattung – aber auch damit kann man gut leben. Beide Varianten befinden sich in einem Komplex, in dem sich im Erdgeschoss (es gibt nur das Erdgeschoss und das erste Stockwerk) die Thermalbäder befinden. Dieser Bereich wurde wirklich wunderschön gestaltet und lädt zum Entspannen ein. Die Thermalbecken haben unterschiedliche Temperaturen und Wassertiefen, so dass für jeden etwas dabei ist. Die Bar ist den ganzen Tag über bis 22 Uhr geöffnet und ein Cocktail im 38 Grad warmen Wasser kann auch richtig Spaß machen! Aber Vorsicht: Nicht übertreiben!

Natürlich befindet sich auf dem Gelände auch ein wunderschöner Campingplatz mit Grillmöglichkeiten. Die Sanitären Anlagen sind wirklich überdurchschnittlich hygienisch. Außerdem gibt es einen Außenpool direkt am Campingplatz – natürlich auch mit dem angenehm warmen Thermalwasser. Und dann noch fantastische Landschaft mit der Aussicht auf die Berge, die das Resort umgeben – Luxus pur!

Wenn man ein wenig Entspannung vom Safarileben sucht, kann man es in Ai-Ais gut zwei, drei Tage aushalten und die Seele baumeln lassen. Die Gerüchteküche vermeldet übrigens, dass dies auch die deutsche Nationalmannschaft vor hat, wenn sie zur WM nach Südafrika kommt. Genaue Daten konnten nicht genannt werden, aber Ai-Ais soll dann exklusiv den deutschen Fußballern zur Verfügung stehen.

Auf dem Rückweg nach Seeheim sollte man übrigens auf jeden Fall einen Abstecher zum Fish River Canyon einplanen. Von den Aussichtspunkten aus hat man wirklich einen fantastischen Blick über das Tal und kann wunderbare Urlaubsfotos schießen. Um zu den Aussichtspunkten zu gelangen, muss man einen kleinen Umweg von ca. 30 km einplanen, aber die Aussicht ist jeden Meter wert!

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