Bereits vor unserer Pragreise habe ich von vielen gehört, dass man sich unbedingt Dresden ansehen müsse. Insbesondere nach dem Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 tauchte Dresden verstärkt in der Presse auf, da durch das Hochwasser ein unwiederbringliches Kulturgut zerstört worden war. An der Semperoper verursachte das Wasser einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe und auch die Staatlichen Kunstsammlungen hatte einen Schaden in dieser Größenordnung zu verzeichnen. Außerdem wurde die Frauenkirche erneut beschädigt.
Wie gesagt, wir wollten ohnehin nach Prag und auf diesem Weg bot es sich förmlich an, einen Halt in Dresden einzulegen.
Die Stadt an der Elbe ist in der Tat äußerst beeindruckend. Es sind nicht nur einzelne Bauwerke, sondern der Stadtkern insgesamt spiegelt Kultur und Geschichte wider. Wir erreichten Dresden an einem wunderschönen Frühlingstag – es war ein Samstag – und die Stadt war dementsprechend gut mit Touristen gefüllt. Die Biergärten rund um die Frauenkirche waren gut besucht und es gestaltete sich schon schwierig, noch einen Platz in der Sonne zu ergattern. War bei uns auch nicht dringend notwendig, denn wir hatten ohnehin nur einen Tag in Dresden eingeplant und in dieser Zeit wollten wir schließlich etwas sehen und nicht unsere wertvolle Zeit ausschließlich im Biergarten verbringen.
Es wunderte uns jedoch sehr, dass sich die Parkplatzsuche derart einfach gestalten ließ. Wir folgten dem Hilton Hinweis Schild, parkten in dem dazu gehörigen Parkhaus und befanden uns mitten im Stadtzentrum.
Unser erster Weg führte uns zur Frauenkirche. Das Gebäude wurde bei der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg und durch das daraus resultierende Feuer komplett zerstört. Während der DDR Regierung blieben die Ruinen unangetastet und dienten als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Erst nach der Wende wurde mit dem Wiederaufbau der Kirche begonnen. Der ursprüngliche Name der Frauenkirche lautete „Kirche Unserer Lieben Frau“, wobei sich dieser Name auf die Heilige Maria bezieht.
Der Aufstieg auf den Turm der Frauenkirche lohnt sich auf jeden Fall. Von hier aus hat man einen perfekten Überblick über die Sehenswürdigkeiten der Stadt: Die Semperoper, die Kathedrale, die Augustusbrücke, das Albertinum, den Kulturpalast, etc. Man sollte sich jedoch Zeit nehmen, denn der Aufstieg ist schon recht anstrengend und der Treppenverlauf wird, je weiter man nach oben kommt, immer steiler und enger. Die Kirche ist einschließlich Turmkreuz immerhin stolze 91,23m hoch. Aber die grandiose Aussicht tröstet jeden abgekämpften Besucher sofort über die Strapazen des Aufstiegs hinweg.
Der Stadtkern lässt sich wunderbar zu Fuß erschließen und ein Spaziergang durch die alten Gassen bietet sich hervorragend an, um sich mit den historischen Bauwerken der Stadt vertraut zu machen. Die Brühlsche Terrasse verspricht im Sommer ein mediterranes Ambiente und auch an den entsprechenden Straßenkünstlern wird es nicht mangeln.
Ein Tag in Dresden reicht selbstverständlich bei Weitem nicht aus, um auch nur annähernd Dresden wirklich gesehen zu haben. Allein die Öffnungszeiten der Museen und Kirchen schränken die zur Verfügung stehende Zeit sehr ein. Dresden hat viel zu bieten und besonders an einem warmen, sonnigen Tag lädt die Stadt zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Wer es mag, kann sich auch eine der Sight-Seeing-Kutschen mieten und die Umgebung der Stadt mit einem Pferdetaxi erkunden. Die Kutscher können sicherlich die Tour mit netten und wissenswerten Informationen anreichern.
Sollte man jedoch nur einen Tag Zeit für einen Dresdenausflug haben, so muss man diesen Tag nutzen – es lohnt sich!