Brügge ist ein nettes, altes Städtchen in Belgien und wirklich eine Reise wert. Zu ungeahntem Ruhm ist Brügge jedoch erst durch den englischen Kinofilm “Brügge sehen und sterben” gelangt. Der Film erzählt die Geschichte zweier Profikiller, die von ihrem Boss nach Brügge geschickt werden, um dort einen Auftrag zu erledigen. In Brügge angekommen stellt sich jedoch heraus, dass der Auftrag darin besteht, dass der eine Mitarbeiter des Killerunternehmens den anderen elemenieren soll. Der Boss kann den Todeskandidaten aber eigentlich recht gut leiden und möchte ihm vor seinem Tod letztmals den Luxus bieten, die Sehenswürdigkeiten Brügges zu genießen. Letzterer kann sich mit dem idyllischen Städtchen so ganz und gar nicht arrangieren, hasst die Sight-Seeing Touren, die ihm sein Kollege aufzwängt und bevorzugt es, seine Freizeit mit Bier und Frauen zu verleben. Und das allerletzte, was er sich überhaupt vorzustellen vermag, ist, in Brügge zu sterben.
Der intelligent arrangierte und äußerst sarkastische Thriller führt den Zuschauer zu den Sehenswürdigkeiten Brügges und macht auch jene neugierig, die ansonsten nicht unbedingt zu Fans von Städtetouren gehören. Und es lohnt sich! Man sollte nur darauf achten ein Hotel auszuwählen, das sich in zentraler Lage befindet. Besonders reizvoll sind natürlich Zimmer, die einen Ausblick auf den Kanal zu bieten haben - so kamen auch die beiden Protagonisten von “Brügge sehen…” in den Genuss eines Kanalblicks. Ein Hotel in der Stadtmitte bietet außerdem den ungeheuern Vorteil, sich mal schnell umziehen zu können, nachdem man von einer feuchten Bootstour auf den Kanälen Brügges zurückgekommen ist.
Wenn man den Film gesehen hat, braucht man fast schon keinen Reiseführer mehr, um zu wissen, was man sich anschauen möchte. Neben einer der wunderbaren Kanaltouren lockt die Erklimmung des Belfort Turms und das heilige Blut Jesus Christi in der Heilig Bloed Basiliek. Neben den kulturellen und touristischen Angeboten ist Brügge jedoch nicht allzu belebt. Die meisten Geschäfte öffnen nicht vor zehn Uhr morgens und schließen bereits wieder um 18Uhr. Für den Besucher bedeutet dies, dass bei schlechtem Wetter nach Geschäftsschluss und ohne kultureller Veranstaltung nicht allzu viel los ist. Im Zweifelsfall kann man jedoch die Minibar plündern und von der Fensterbank aus den Kanalblick genießen.