Ein Kurztrip nach Amsterdam lohnt sich immer! Je nach dem, wo man wohnt, ist Amsterdam sogar in nur zwei bis drei Autostunden von Deutschland aus erreichbar. In diesem Fall kann man auch mal einen Tagesausflug nach Amsterdam planen, d.h., morgens sehr früh losfahren, zum Frühstück dort ankommen und abends wieder zurück fahren. Das Problem an diesen Tagesausflügen besteht meistens darin, dass man keine Lust hat, Amsterdam schon in den frühen Abendstunden wieder zu verlassen, denn das Amsterdamer Nachtleben ist schon äußerst verführerisch. Wer also nicht nur zum Museumsbesuch oder Shoppen nach Amsterdam fährt, sollte sich lieber eine Bleibe für die Nacht besorgen, um die Stadt auch bei Dunkelheit ungehindert genießen zu können. Das Problem ist, dass Unterkünfte in Amsterdam unverhältnismäßig teuer sind. Wer dort übernachten möchte, sollte sich rechtzeitig um ein gutes und relativ preisgünstiges Zimmer kümmern. Außerdem sollte man darauf achten, dass sich die Unterkunft in Nähe des Zentrums befindet. Dies hat einen ganz einfachen Grund: Man ist bereits tagsüber in Amsterdam unterwegs, kauft dies und das und hat eigentlich überhaupt keine Lust, den Rest des Tages mit Tausend Tüten an der Hand herum zu laufen. Befindet sich das Zimmer in unmittelbarer Nähe, so bringt man einfach zwischendurch die neuen Errungenschaften dort vorbei.
Außerdem möchte man sicherlich nach einem turbulenten Tag in Amsterdam erst einmal duschen und umziehen, bevor man sich in das Nachtleben stürzt. Wir sind mal zufällig im College Hotel in der Roelof Hartstraat untergekommen: Das Hotel war wirklich wunderschön und die Zimmer waren genial, geräumig und geschmackvoll ausgestattet. Ich mochte dieses Hotel sehr, doch es hatte den ungeheuren Nachteil, dass man nicht “mal eben” ins Hotel gehen konnte, wenn man in der Stadt war, sondern tatsächlich auf ein Taxi oder auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen war. Aus diesem Grund haben wir das Hotel danach nie mehr gebucht.
Ein anderes Mal versuchten wir es mit einem vermeintlich günstigeren Hotel, das jedoch im Zentrum des Geschehens liegen sollte. Das “Thorbecke” am Thorbeckeplein, neben dem Rembrandtplein und in unmittelbarer Nähe des Leidseplein war das Schlimmste, was ich an Hotels erlebt habe. Die Lage war okay, aber der Preis mit an die 150 Euro pro Nacht für dieses Drecksloch war eine Frechheit. Wirklich, ein Hotelzimmer kann ja ruhig schlicht sein, wenn man sich jedoch vor lauter Dreck so ekelt, dass man gar nichts anfassen möchte, dann ist das Maß überschritten. Die Bettwäsche machte den Eindruck, als sei sie seit Längerem nicht gewechselt worden, der Aschenbecher im Zimmer war noch voller Kippen, die Klospülung funktionierte nicht und der Schmutz an der Klobrille und den Armaturen lud keineswegs zum Hautkontakt ein. Ich bereute sofort, kein Desinfektionsmittel mitgebracht zu haben. Es war widerlich! Da wir ziemlich k.o. waren und die Tageszeit schon recht fortgeschritten war, blieben wir und informierten den Menschen an der Rezeption über den Missstand.
Glücklicherweise kamen wir nachts ziemlich angetrunken ins Hotel zurück, so dass ich mich mit dem immer noch vorhandenen Schmutz arrangieren konnte. Die Toilettenspülung funktionierte inzwischen sogar zögerlich, war jedoch nicht für den häufigeren Gebrauch geeignet. Der Aschenbecher war nach wie vor voll.
Am nächsten Morgen - ich benutzte noch nicht einmal die Dusche, weil sie zu ekelig war - beschwerten wir uns erneut an der Rezeption, schilderten der Mitarbeiterin, die am Tag zuvor nicht anwesend war, dass wir uns bereits beschwert hatten, jedoch nichts passiert sei und wir nun das Drecksloch verlassen möchten. Die Dame konnte uns gut verstehen, erwähnte, dass sich der Besitzer um nichts kümmere und wir nicht die ersten unzufriedenen Gäste seien. Die Hotelleitung buchte trotzdem den komplette Preis für drei Nächte von der Kreditkarte ab, ohne auf unsere Reklamation einzugehen. Also, vermeidet das Thorbecke!!!
Zu Fuß begaben wir uns samt Gepäck zum Swissôtel, das sich in unmittelbarer Nähe des Krasnapolsky befindet. Freunde von uns hatten dort bereits ein Zimmer und dieses Hotel erschien uns als lebensfähige Alternative. Es war nett, ich konnte endlich duschen. Das Swissôtel ist echt empfehlenswert, etwas teurer als das Thorbecke, dafür kann man die Nacht dort infektionsfrei überleben. Und es befindet sich ebenfalls mitten im Geschehen.
Sicherlich gibt es noch einige andere nette Hotels, aber ich war nach der einen Nacht Thorbecke Erfahrung nicht mehr in Teststimmung. Der Umzug und die Dusche brachten meine Laune wieder auf Vordermann und ich konnte die restliche Zeit in Amsterdam genießen.