“Safari” zählt neben “Wüste” wahrscheinlich zu den ersten Begriffen, die einem im Zusammenhang mit Namibia einfallen. Die Etoshapfanne ist traditionell der Zielort für Safaris, sowohl für von diversen Reiseveranstaltern organisierte Touren, als auch für Individualreisende, die das Land auf eigene Faust entdecken möchten. Wir haben die zweite Variante gewählt und waren sehr glücklich mit unserer Entscheidung.
Wir starteten unsere Reise in Swakopmund. Unser Reisefahrzeug sollte ein Toyota Hilux Doppelkabiner sein, das inzwischen wohl gängigste Auto für Individualtrips in Namibia. Die Wahl des Fahrzeugs hat sich im Endeffekt als gelungen erwiesen, da es ausreichend Platz für vier Erwachsene bot und sich souverän durch das Gelände fernab der geteerten Straßen arbeitete, denn kurz vor unserem Start begann die Regenzeit…
Und es regnete ausgiebig! Wir hatten uns zuvor darauf geeinigt, die Sandstraße von Hentiesbaai über Khorixas Richtung Etosha zu fahren, die kilometertechnisch wesentlich kürzer ist als der Weg dorthin über die Hauptstraßen. Natürlich haben wir nicht damit gerechnet, dass die Sandpiste durch den Regen derartig schlecht geworden war. Teilweise war die Straße nicht mehr vorhanden, da der Regen sie weggeschwemmt hatte. Doch unser Hilux hielt, was er versprach, und brachte uns sicher durch alle Unebenheiten bis Etosha.
Die gewählte Route war auch landschaftlich faszinierend und abwechslungsreich. Außerdem führte sie an ein paar kleinen Dörfern entlang, die tatsächlich fernab jeder sogenannten Zivilisation lagen. Schon spannend! Außerdem passiert man auf diesem Weg den Brandberg, Namibias höchstes Massiv, dessen Gesteinsmassen teilweise den Eindruck vermitteln, als ob es dort gebrannt habe. Das Bergmassiv ist sicherlich nicht nur für Geologen interessant! Wer Zeit und Lust hat, sollte die Gelegenheit nutzen, um dort eine kleine Sightseeing Pause einzulegen.
Endlich angekommen in Etosha, wurden wir auch schon von einer Herde Giraffen inspiziert. Unser erstes Reiseziel war Oukaukuejo, das westliche Camp. Hier wurde in den vergangenen Jahren viel gebaut und erneuert, so dass eine Übernachtung sehr zu empfehlen ist.
Leider ist Etosha inzwischen sehr teuer geworden. Jedes Chalet verfügt zwar noch über die Grillstelle, diese sind jedoch ungepflegt, da sie wohl kaum noch genutzt werden. In früheren Zeiten verfügte jedes Camp über einen gut sortierten Supermarkt, der auch eine umfangreiche Auswahl an Fleisch zu bieten hatte. Daher war man nicht gezwungen, in den Restaurants Essen zu gehen. Heute sieht die Sache anders aus und man ist förmlich auf die Restaurants angewiesen, die diese Tatsache durch überhöhte Preise und schlechten Service gnadenlos ausnutzen. Wo soll man auch schon hin??? Dennoch: Okaukuejo ist schön und man kann dort nett übernachten. Kleiner Tipp: Fragt zuvor im Restaurant, ob es Essen à la carte gibt oder ein Buffet. Sollte die Antwort “Buffet” lauten, kauft Euch lieber ein paar Chips oder Dosenravioli im Supermarkt - schmeckt besser!
Die Tiere meinten es durchaus gut mit uns. Wir sahen unzählige Springböcke, weitere Giraffen, Büffel, Strauße und sogar einen Löwen, der ziemlich entspannt die Straße überquerte. Eigentlich waren wir bereits darauf eingestellt, kaum Tiere zu sehen, da aufgrund der Regenzeit die Tiere nicht gezwungen waren, die regulären Wasserstellen aufzusuchen. Wasser gab es praktisch überall. Die Etoshapfanne selbst war sogar gut gefüllt, was schon als seltenes Ereignis zu betrachten ist.
Das in der Mitte von Etosha gelegene Halali galt einst als schönstes und ruhigstes Camp in Etosha. Die Zeiten sind vorbei! Die zweite Nacht verbrachten wir dort, was sich als weniger gute Wahl herausstellen sollte. Die Chalets sind ziemlich heruntergekommen, lediglich die teuerste Variante der Übernachtung bietet noch diverse Spezialitäten wie einen Whirlpool. Aber mal ehrlich, wer braucht das schon bei den Temperaturen?!
Bei dem dritten Camp - Namutoni, das östliche Camp - handelt es sich um das historische Fort Namutoni. Es ist ebenfalls sehr schön renoviert worden, im Innenhof des Forts befinden sich gemütliche Cafés und ich habe es sofort bereut, Halali statt Namutoni für die zweite Übernachtung gewählt zu haben.
Wenn man Etosha bei Namutoni verlässt, bietet es sich an, über die Hauptstraßen zurück nach Windhoek und anschließend nach Swakopmund zu fahren. Schließlich findet man auch auf dieser Route noch einige Sehenswürdigkeiten, die man sich bei der Gelegenheit auf jeden Fall anschauen sollte. Außerdem freut man sich nach soviel Regen durchnässter Sandpiste wieder über Asphalt.